Dirk Reinhardt mit „Train Kids“ an der Mittelschule Zirndorf

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Am 4. April hat unsere Mittelschule als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ den Autor Dirk Reinhardt zu uns eingeladen.

In zwei Lesungen hat der Autor unseren 7. bis 10. Klassen aus seinem Roman „Train Kids“ vorgelesen und nebenbei viele interessante Hintergrundinformationen über die Armutsmigration von Kindern und Jugendlichen aus Mittelamerika gegeben.

Doch bevor Dirk Reinhardt seinen Roman und die Personen vorstellte, begrüßte unser Schulpate der 1. Bürgermeister Thomas Zwingel  den Autor und die Schülerinnen und Schüler, indem er betonte, wie wichtig es sei, dass gerade wir als Schule ohne Rassismus –Schule mit Courage uns  immer wieder daran erinnern, dass diese Auszeichnung auch eine große Verpflichtung für uns alle mit sich bringt. Auch unsere drei Schulsprecher  versicherten, dass für sie weder Hautfarbe noch Religion eine Rolle spielen. „Wir sind alle Menschen!“, brachte es unsere Schulsprecherin Gabriela auf den Punkt.  Dirk Reinhardt, der für seinen Roman „Train-Kids“ in Mexiko recherchiert hat, lobte diesen Ausruf ganz ausdrücklich. In einer Zeit, in der Rassisten an der Macht säßen, in der Menschenrechtsverletzungen in vielen Ländern der Erde – auch in Europa – an der Tagesordnung seien, sei es notwendiger als je zuvor immer wieder zu betonen, dass jeder Mensch das Recht auf seine Würde habe. Der Autor, der für seinen Roman eine Nominierung für den deutschen Jugendliteraturpreis 2016 erhalten hat, hat in Mexiko Train Kids befragt und Zeit mit ihnen verbracht. So erfuhren wir, dass sich aus Mittelamerika  jährlich über 50 000 Kinder und Jugendliche auf den langen Weg durch Mexiko machen, um in die USA zu gelangen. Ihre Reise gehört nach Ansicht von Amnesty International zu den „gefährlichsten der Welt“. Trotzdem lassen sie sich nicht abschrecken, denn der Leidensdruck ist groß. Sie wollen nicht akzeptieren,dass es angeblich ihr Schicksal sein soll, auf ewig in Armut zu leben.  

Seine fünf Jugendlichen, Miguel, Fernando,  Ángel, Jaz und Emilio hat Dirk Reinhardt zwar erfunden, nicht jedoch ihre Geschichten, betonte er. Aus den  vielen Erzählungen der realen Train Kids hat er seinen Roman, der inzwischen auch in Mexiko und Kanada erschienen ist,  zusammengesetzt. So hörten die Schülerinnen und Schüler auch gespannt zu, als der Schriftsteller aus seinem Roman vorlas und seine Geschichten immer wieder mit authentischen Fotografien von seinen Recherchen in Mexiko untermalte.  Auch nutzten sie die Möglichkeit, Dirk Reinhardt im Anschluss Fragen zu stellen. Ob es für ihn nicht gefährlich gewesen sei in Mexiko zu recherchieren, wurde er gefragt. Jeden Tag sei er von der Polizei kontrolliert worden, bestätigte der Autor und bei seiner Ausreise habe man ihm Kamera, USB-Sticks und seinen Laptop abgenommen. Aber -  und da lächelte Dirk Reinhardt – digitale Medien hätten es ihm ermöglicht, seine Interviews und Fotos bereits per Internet über die Grenze zu schicken! Ob es seine fünf Jugendlichen denn am Ende des Romans geschafft hätten, in die USA zu gelangen, wurde er gefragt.  Das wollte Dirk Reinhardt allerdings nicht verraten und riet jedem, seinen Roman zu lesen.

Wer dazu Lust bekommen hat, darf sich den Roman gerne im Rattennest ausleihen oder überredet seinen Deutschlehrer, ihn in der Klasse gemeinsam zu lesen. Ab Mai wird ein Klassensatz davon im Rattennest für euch zur Verfügung stehen!

 

Die Mittelschule Zirndorf bedankt sich bei Dirk Reinhardt und  wünscht viel Erfolg für das nächstes Projekt, einen Roman über unbegleitete Flüchtende in Europa zu schreiben.

Und  wir freuen uns schon auf die nächste Lesung mit unserem  „Stamm-Autor“  an unserer Schule!

 

hier geht es zu einer Bildergalerie der Lesung

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