Erste Ganztagesübergangsklasse im Landkreis Fürth an der Mittelschule Zirndorf - gefördert durch den ESF

ms7üg

Die Mittelschule Zirndorf zeichnet sich durch eine starke integrative Willkommenskultur aus. Infolge der großen bundesweiten Zuwanderung wurden daher inzwischen mehrere Übergangsklassen an der Mittelschule Zirndorf in die Schulstruktur eingeflochten. In diesen Klassen werden ausschließlich Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund für jeweils maximal zwei volle Schuljahre unterrichtet.

Eine dieser Klassen im aktuellen Schuljahr ist die 7üg, deren Schüler ein besonderes Privileg erfahren. Diese werden nämlich ganztags beschult, wobei sich zwei Lehrerinnen, Frau Maurer und Frau Goppert, die Klassenführung teilen und zusätzlich von einem Sozialpädagogen der Stadt Zirndorf, Herrn Kraus, mit 15 Wochenstunden unterstützt werden, dessen Bezahlung über den ESF (europäischen Sozialfond) gefördert wird. So kann sich intensiver um die schulischen Inhalte, die Probleme und persönlichen Anliegen der Klassenmitglieder gekümmert werden.

Die Klasse 7üg setzt sich aus derzeit 14 Schülern im Alter zwischen 11 und 18 Jahren zusammen. Die Mädchen und Jungen stammen aus Osteuropa, dem Nahen Osten, Thailand und Indien.

Der Unterricht in den Übergangsklassen ist vorwiegend auf das Erlernen der deutschen Sprache ausgerichtet. Im Stundenplan sind zehn Wochenstunden für das Fach Deutsch festgelegt, aber auch Grundlagen in Mathematik und in sämtlichen allgemeinbildenden Fächern – in denen selbstverständlich wiederum die deutsche Sprache die Kommunikationsgrundlage darstellt – werden vermittelt.

Im regulären Stundenplan ist ab Jahrgangsstufe 7 weder Musik- noch Kunstunterricht vorgesehen. In der Ganztagesübergangsklasse kann dies mit der finanziellen Unterstützung des ESF durch Angebote von AGs (Arbeitsgemeinschaften) und dem Sozialpädagogen ausgeglichen werden.

Herr Kraus bietet wöchentlich neben seiner Sprechstunde musikalischen Einzel- und Gruppenunterricht an. Hier können die Schülerinnen und Schüler in dem großzügig ausgestatteten Musikraum verschiedene Instrumente ausprobieren, bei Interesse erlernen und gemeinsam musizieren.

Desweiteren werden den Schülern verschiedene Naturerfahrungen wie beispielsweise besonders intensiv während der Naturwoche ermöglicht. So fand während dieser Woche unter anderem eine Waldbegehung mit Herrn Amon von der Stadtgärtnerei Zirndorf und das Arbeiten im Stil der Landart außerhalb des Klassenzimmers im Rahmen des durch die Schule ermöglichten Kunstunterrichts statt.

Zur Stärkung des Selbstwertgefühls haben die Mädchen und Jungen die Möglichkeit einmal wöchentlich an einem speziellen Sportangebot teilzunehmen. Herr Schneider und sein Assistent von der Kampfsportschule Samurais Nürnberg e.V. bringen den Schülern im Rahmen eines regelmäßigen Trainingsprogramms fernöstliche Techniken und Finessen bei („FURO“), um mögliche innere Blockaden zu lösen und eventuelle Ängste zu überwinden.

Dank einer großzügigen finanziellen Spende des Integrationsbeirats der Stadt Zirndorf, welche der Schule für alle Übergangsklassen durch den Vorsitzenden Herrn Giang zugesprochen wurde, können kleinere und größere Anschaffungen wie beispielsweise der Erwerb von Arbeitsbüchern und Materialien unterstützt oder ermöglicht werden.

Auch für den restlichen Verlauf des Schuljahres sind bewährte Arbeitsmethoden wie im Bereich der Sozialerziehung das Lernprogramm ‚Salto‘, weitere Museumsbesuche, Betriebspraktika sowie diverse erlebnispädagogische Aktionen geplant.

 

Andrea Maurer, Annette Goppert, Rüdiger Kraus

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