"Die Verwöhnungsfalle" - ein Vortrag von Dr. Albert Wunsch an der Mittelschule Zirndorf

mswunsch

Kinder stark zu machen für das Leben war das Thema des Vortrags "Die Verwöhnungsfalle" von Dr. Albert Wunsch am 29. März an der Mittelschule Zirndorf.

Grundfragen der Erziehung spielten im ersten Teil der Veranstaltung eine Rolle. Dabei sprach uns Herr Wunsch aus vollem Herzen, wenn er als ein Motto der Konsum- und Spaßgesellschaft "konsumieren statt schaffen" kritisierte. Lautet doch einer unserer Leitsätze im Umgang mit den an der Schule vorhandenen digitalen Medien "produzieren statt konsumieren". Kinder und Jugendliche sollen aktiv und kreativ werden, statt passiv Vorhandenes bloß aufzunehmen. Wunsch räumte weiterhin mit der Vorstellung auf, dass Lernen Spaß machen muss. Das Ziel sei oft Erfolg ohne Anstrenung. 

Stattdessen seien aber Eigentätigkeit, Selbstverantwortung, Durchhaltevermögen, Problemlösefähigkeit, Kreativität und die daraus resultierende Zufriedenheit, also echte Erfolgsgefühle, anzustreben. An Eltern gerichtet sagte er: "Richtige Eltern" hätten Prinzipien, Einstellungen und das Rückgrat, ihre Prinzipien in Erziehungssituationen auch durchzusetzen.

Was sollen aber die Ziele der Erziehung sein? Wir wissen nicht, welche Qualifikationen in 20 oder 30 Jahren gefordert sind. Zielstrebigkeit, Mut, Kraft, Geschick, Ausdauer, Ideenreichtum, und die Fähigkeit mit anderen gemeinsam zu handeln, hätten aber schon in der Vergangenheit Menschen in vielen Situationen wertvolle Dienste geleistet. Diese Fähigkeiten würden aber nicht gefördert, wenn den Kindern jegliche Anstrengung abgenommen werde. Wunsch zitierte an dieser Stelle den bekannten Satz von Maria Montessori "Hilf mir, es selbst zu tun".

Im zweiten Teil stand der Begriff "Verwöhnung" in Erziehung und Gesellschaft im Zentrum. Begrenzen und Herausforderungen zu stellen und zuzulassen seien Erziehungsgrundsätze, die Nichtkönnen, Abhängigkeit und Anspruchshaltung verhinderten.

Zusammenfassend formulierte Wunsch, dass eine wohlwollende, vorlebende und konsequente Erziehung das Tappen in die Verwöhnungsfalle verhinderten.

Durchaus kontrovers wurde so manche These diskutiert, aber als wichtige Impulse für das Nachdenken in Erziehungssituationen, sei es als Mutter, Vater oder Lehrer, wurden viele Aussagen angesehen. 

 

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